Vergangene Woche durften wir Ramiro Aguilar, Agraringenieur des Kolpingwerkes in Honduras und Monica Pérez Miranda, Leiterin des zu Kolping Mexiko gehörenden Berufsbildungszentrums St. Ana in Mexiko-Stadt in der Röstwerkstatt in Brakel willkommen heißen. Es war ein Tag voller Begegnungen, Geschichten und Genussmomente der einmal mehr gezeigt hat, wie wertvoll der persönliche Austausch ist.
In seiner Begrüßung richtete sich Agraringenieur Ramiro Aguilar an die Mitarbeitenden der Röstwerkstatt, brachte seine Freude des Wiedersehens zum Ausdruck und stellte klar: „Ich verstehe mich als Teil eures Teams, nur eben auf der anderen Seite des Ozeans.“
Das Team der Kolping Röstwerkstatt und die Besucher aus Mittelamerika verkosteten gemeinsam verschiedene Tatico-Kaffees in unterschiedlichen Zubereitungsmethoden. Jede Tasse offenbarte neue Nuancen und erzählte von der Sorgfalt und Leidenschaft, mit der die Bohnen in Honduras und Mexiko angebaut, geerntet und prozessiert werden.
Monica Miranda Pérez nahm uns mit auf eine Reise zu den Wurzeln von Tatico, zu den Anfängen der Marke in Mexiko. Der erste Export vor 30 Jahren wurde mit der Kooperative J’amteletic realisiert, einer Gruppe aus tzotzil-indigenen Kaffeeproduzenten. Tatico sei auch eine Geschichte der Widerstandskraft indigener Gemeinschaften, so Monica Pérez Miranda, die sich an die Anfänge der Zusammenarbeit gut erinnert. Sie erzählte, wie die Anfänge von Tatico in den 90er Jahren eng mit dem zapatistischen Aufstand in Chiapas verbunden waren: „Tatico war und ist ein Instrument, um der indigenen und unterdrückten Bevölkerung eine Stimme zu geben, sie sichtbar und hörbar zu machen in der Welt.“
Auch der Markenname Tatico erinnert an die Anfänge der Marke in Mexiko: Tatico ist ein Ausdruck geprägt von tiefem Respekt. Er wird nicht nur für den biologischen Vater, sondern oft auch für ältere männliche Autoritätspersonen oder spirituelle Anführer verwendet.
Im Verlauf des Besuchs konnten unsere Gäste auch hinter die Kulissen der Produktion schauen und die die Arbeitsplätze, die Maschinen und die täglichen Abläufe kennenlernen. Es wurde deutlich: Hinter jeder Tasse Kaffee stehen Menschen, Werte und Partnerschaften. Dieser Besuch hat einmal mehr gezeigt, dass es die Begegnungen sind, die Brücken bauen. Brücken zwischen Kontinenten, Kulturen und Herzen. Ein Tag, der uns nicht nur fachlich bereichert, sondern uns auch genau daran erinnert hat.

