Rösterei und Produzent*innen entwickeln Röstrezepte gemeinsam
Damit sich die Kund*innen stets über ein perfektes Geschmackserlebnis in ihrer Tasse freuen können, wird in der Röstwerkstatt einmal jährlich an den richtigen Rezepten für die Röstung der neuen Ernte getüftelt. Denn Ernte ist nicht gleich Ernte. Die Rohbohnen haben jedes Jahr etwas andere Eigenschaften – bedingt vor allem durch die klimatischen Bedingungen während des Reifeprozesses. Daher werden jedes Jahr aufs Neue für die Jahrescharge alle Kaffeeeigenschaften wie Säure, Süße und Körper (Mundgefühl) ausbalanciert. Das Besondere bei Tatico: Daran arbeiten das Team der Röstwerkstatt und die Produzent*innen zusammen. „Die gemeinsame Profilentwicklung ist meines Wissens einmalig“, betont Ramona Linder, Geschäftsführerin der Kolping Röstwerkstatt Brakel.
Vier Tage lang hat sie mit Ramiro Aguilar probegeröstet. Der Agraringenieur des Kolpingwerkes Honduras ist ausgebildeter Kaffeesommelier. Als sogenannter Cupper gehört die professionelle Kaffeeverkostung zu seinem Arbeitsalltag. Zudem begleitet er den Kaffeeanbau in seinem Heimatland das ganze Jahr über. Wie sind die Bohnen gereift? Zu welchem Zeitpunkt sind sie rot geworden? „All diese Faktoren prägen das individuelle Röstprofil der Bohnen“, erklärt Ramona Linder. „Und nicht zuletzt ist es ein großer Mehrwert für uns, dass wir die Verkostung für ein objektives Urteil zu zweit durchführen können.“
Wertschätzung für die Produzent*innen
Mit Hilfe von mehreren Röstungen und Verkostungen pro Tag tasteten sich die beiden Schritt für Schritt an das perfekte Ergebnis heran. Hier ein paar Sekunden weniger, dort zwei Grad drauf: In der Entwicklungsphase der Röstung spielt sich die Feinjustierung ab. In diesem Jahr weiteten die Röstwerkstatt-Geschäftsführerin und der Agraringenieur ihre Zusammenarbeit aus und entwickelten erstmals die Röstprofile für das gesamte Tatico-Sortiment gemeinsam. „Es ist für mich eine große Freude, die Arbeit der Produzenten durch die Röstprofile der Kaffees in den Genuss der Konsumenten zu übersetzen“, sagt Ramiro Aguilar.
Doch nicht nur seine fachliche Expertise ist ein großer Gewinn für die Brakeler Kaffeerösterei. „Diese Zusammenarbeit stärkt zudem unsere Verbindung zu den Produzenten und auch die Verbindung der Produzenten zum Produkt“, betont Ramona Linder. „Die Kooperativen das Jahr über zu begleiten und die Möglichkeit zu haben, bei der sensorischen Profilierung der Kaffees am Bestimmungsort mitzuwirken, ist für mich eine sehr wertvolle Erfahrung, die es mir ermöglicht, die Arbeit der Produzenten in der Tasse zum Ausdruck zu bringen“, ergänzt Ramiro Aguilar. „Unsere direkte Beziehung zu den Produzenten hört nicht an der Hafenkante auf, sondern wir arbeiten bis zum Endprodukt auf Augenhöhe zusammen und verfolgen gemeinsam das gleiche Ziel, unseren Kunden ein tolles Produkt anbieten zu können“, betont Ramona Linder.

